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Alle wissen es. Keiner sagt es.

Alle wissen es. Keiner sagt es.
Alle wissen, dass am größten Kunden zu viel hängt. Ausgesprochen hat es im Führungskreis trotzdem noch niemand.
Das ist keine Nachlässigkeit, sondern eine stille Übereinkunft, die in vielen Unternehmen erstaunlich gut funktioniert: Solange niemand das Risiko beim Namen nennt, muss auch niemand darüber entscheiden. Und solange niemand entscheidet, fühlt sich der Zustand stabil an. Bis dahin heißt die Strategie Hoffnung.
Genau hier liegt der Denkfehler. Ein Risiko, über das niemand spricht, wird nicht kleiner. Es entzieht Ihnen lediglich die Entscheidung darüber, wann gehandelt wird. Die trifft dann der Kunde, die Bank oder der Lieferant, und zwar zu einem Zeitpunkt, den Sie sich nicht aussuchen. Bevorzugt an einem Freitagnachmittag.
Unausgesprochene Risiken sind offene Entscheidungen ohne Zuständigkeit. Jeder hat sie gesehen, keiner hat sie übernommen. Und weil sie nirgends stehen, tauchen sie auch in keiner Planung, keiner Vertretungsregel und keinem Notfallablauf auf.
Steuerbar wird ein Risiko erst, wenn drei Dinge geklärt sind: wie es heißt, wie wahrscheinlich und folgenreich es ist und wer darüber entscheidet. Oft scheitert das schon am ersten Schritt, weil sich das Aussprechen nach Schwarzmalerei anfühlt.
Dabei ist es das Gegenteil. Wer ein Risiko benennt, holt es auf den eigenen Tisch zurück. Aus einem diffusen Unbehagen wird eine Aufgabe mit Namen, Verantwortlichem und Termin. Eine Geschäftsführung, die ihre drei größten Risiken kennt und weiß, wer sich jeweils darum kümmert, muss nicht mehr hoffen. Sie entscheidet selbst, wann sie handelt, und gewinnt genau die Zeit, die im Ernstfall fehlt.
Welches Risiko in Ihrem Unternehmen kennt jeder – und wer hat es eigentlich übernommen?
Darauf ein Käffchen.
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