Das teuerste Dokument im Unternehmen ist das das niemand kennt. Meistens ist es der Notfallplan.
Das teuerste Dokument im Unternehmen ist das das niemand kennt. Meistens ist es der Notfallplan.
Das ist keine Übertreibung. Es ist eine Beobachtung die ich in der Beratung regelmäßig mache – in Unternehmen die gut geführt sind, die ihre Zahlen kennen, die ihre Prozesse im Griff haben. Und die trotzdem einen Notfallplan haben der irgendwo existiert ohne dass jemand weiß was darin steht.
Wie entsteht das? Fast immer gleich. Irgendwann wurde der Plan erstellt – gewissenhaft, mit Aufwand, vielleicht sogar mit externer Unterstützung. Er wurde abgeheftet. Er wurde nie wieder geöffnet. Und seitdem beruhigt er – still und unsichtbar – das Gewissen desjenigen der ihn erstellt hat.
Das ist sein einziger Zweck geworden. Nicht Handlungsfähigkeit im Ernstfall. Beruhigung im Alltag.
Was die Erstellung eines Notfallplans kostet ist bezifferbar. Was das Fehlen eines funktionierenden Plans im Ernstfall kostet nicht – jedenfalls nicht vorher. Hinterher schon. In Form von verlorenem Kundenvertrauen, stockenden Projekten, Haftungsrisiken und in manchen Fällen einer Insolvenz die vermeidbar gewesen wäre.
Ein Dokument das niemand kennt ist im Ernstfall kein Dokument. Es ist eine Enttäuschung mit Seitenzahl.
Der Test ob ein Notfallplan wirklich einer ist kostet dreißig Minuten. Geben Sie ihn jemandem der ihn noch nie gesehen hat. Bitten Sie diese Person zu beschreiben was sie tun würde. Wo sie zögert ist eine Lücke. Wo sie fragt ist eine Lücke. Wo sie rät ist eine Lücke.
Was dabei zum Vorschein kommt ist aufschlussreicher als jede Audit-Checkliste.
Darauf ein Käffchen.