Deutschland beschwert sich gerade auf Weltklasse-Niveau.
Deutschland beschwert sich gerade auf Weltklasse-Niveau.
Die Energiepreise. Die Regulierung. Die Konjunktur. Die Politik. Die Bürokratie. Die Inflation. Alles schlimm, alles schwer, alles irgendwie die Schuld von irgendjemandem da oben. Und irgendwie fühlt es sich an, als hätte sich ein ganzes Land ins kollektive Jammern eingefunden – mit der stillen Überzeugung, dass schon irgendwer kommen und es wieder richten wird.
Nur: Keiner kommt.
Das ist keine zynische Aussage. Es ist eine nüchterne. Die Probleme, über die gerade am lautesten gesprochen wird, sind zum Teil real und zum Teil hausgemacht und zum größten Teil nicht durch Klagen lösbar – weder auf LinkedIn, noch im Büro, noch beim Sonntagsfrühstück. Wer jahrelang über dieselben Dinge redet, ohne etwas daran zu verändern, hat irgendwann aufgehört, sie zu lösen. Er hat angefangen, sie zu verwalten.
Das gilt für einzelne Menschen. Es gilt für Unternehmen. Und es gilt, mit Verlaub, auch für das Land.
Der Unterschied zwischen denen, die aus schwierigen Situationen gestärkt herauskommen, und denen, die darin stecken bleiben, liegt selten in den äußeren Umständen. Er liegt in der Frage, was man mit diesen Umständen macht. Ob man wartet, bis sich etwas ändert. Oder ob man anfängt zu verändern, was in der eigenen Reichweite liegt – auch wenn das kleiner ist, als man sich wünscht.
Eine Tür muss manchmal zugemacht werden, damit sich eine bessere öffnet. Das klingt nach Kalenderweisheit, ist aber strukturell richtig: Wer alle Optionen offen hält – den schlechten Job, die unbefriedigende Situation, die falsche Richtung – gibt sich damit die Illusion von Sicherheit und verhindert gleichzeitig jede echte Veränderung.
Deutschland hat gerade alle Zutaten für eine ernsthafte Neuausrichtung. Die Frage ist, ob die Energie dafür in Klagen fließt oder in das, was danach kommt.