Die Firma ist keine Altersvorsorge
„Die Firma ist meine Altersvorsorge“ gehört zu den Sätzen, die ich von Unternehmern am häufigsten höre.
Wer ihnen diese Firma eines Tages abkaufen soll, können die wenigsten sagen.
Der Gedanke dahinter ist nachvollziehbar. Jeder verdiente Euro ist in den letzten Jahrzehnten zurück in den Betrieb geflossen, in Maschinen, in Mitarbeiter, in den nächsten Wachstumsschritt. Das Unternehmen ist gewachsen, also ist auch die Vorsorge gewachsen. So zumindest die Rechnung.
Sie hat allerdings einen Haken. Ein Unternehmen ist nur so viel wert, wie jemand bereit ist dafür zu zahlen, und zwar an dem Tag, an dem Sie verkaufen wollen oder müssen. Dieser Tag kommt nicht zu Ihren Bedingungen. Vielleicht findet sich kein Nachfolger in der Familie, vielleicht ist die Branche gerade unter Druck, vielleicht zwingt Sie die Gesundheit früher zum Aufhören als geplant. Und wer dann mit 66 verkaufen muss, weil sonst die Rente fehlt, verhandelt nicht. Er nimmt, was angeboten wird.
Dazu kommt ein zweiter Punkt, den viele unterschätzen. Ein Käufer zahlt für ein Unternehmen, das ohne seinen Inhaber funktioniert. Hängen Kundenbeziehungen, Wissen und Entscheidungen überwiegend an Ihnen, kauft er nur die Hälfte von dem, was Sie zu verkaufen glauben. Ausgerechnet der Inhaber, der alles selbst im Griff hat, mindert damit den Wert seiner eigenen Altersvorsorge.
Der Ausweg besteht aus zwei Spuren, die parallel laufen. Die erste ist eine private Vorsorge, die nicht am Unternehmen hängt und mit der Sie im Zweifel auch ohne Verkauf gut leben können. Wie sie aussieht, klären Sie am besten mit einem unabhängigen Berater. Die zweite ist ein Unternehmen, das auch ohne Sie handlungsfähig ist. Das schützt im Ernstfall, und es macht Ihren Betrieb nebenbei deutlich attraktiver für jeden, der ihn eines Tages übernehmen soll.
Dann wird der Verkauf zu einer Option, die Sie wählen, und nicht zu einer Notwendigkeit, die Sie trifft.
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Darauf ein Käffchen.