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Die Risiken werden erkannt. Bewertet. Dokumentiert. Der Bericht wird erstellt. Er wird gelesen. Und dann passiert – nichts.

Die Risiken werden erkannt. Bewertet. Dokumentiert. Der Bericht wird erstellt. Er wird gelesen. Und dann passiert – nichts.
Es gibt eine Form von Risikomanagement die alles richtig macht. Und trotzdem nicht schΓΌtzt. Die Risiken werden erkannt. Bewertet. Dokumentiert. Der Bericht wird erstellt. Er wird gelesen. Und dann passiert – nichts. Nicht weil niemand handeln wollte. Sondern weil das System so gebaut ist dass erkannte Risiken keine Entscheidung auslΓΆsen kΓΆnnen. Keine klaren Eskalationswege. Keine definierten Schwellenwerte die eine Reaktion erzwingen. Keine Person mit der Befugnis und dem Auftrag zu handeln wenn ein Signal ankommt. Das Risiko ist bekannt. Die HandlungsunfΓ€higkeit ist eingebaut. Ich nenne das planmÀßige HandlungsunfΓ€higkeit. Der Begriff klingt paradox. Er ist es nicht. Er beschreibt einen Zustand der in vielen Organisationen planmÀßig – also durch Struktur, durch Prozess, durch Governance-Design – erzeugt wird. Nicht absichtlich. Aber vorhersehbar. Das Muster ist immer dasselbe. Ein Risiko wird erkannt und in eine Risikomatrix eingetragen. Die Risikomatrix wird quartalsweise berichtet. Der Bericht wird zur Kenntnis genommen. Keine Entscheidung wird ausgelΓΆst weil nicht definiert wurde welches Risiko welche Entscheidung auslΓΆsen muss. Und so wandert das Risiko von Quartal zu Quartal durch das System – bekannt, dokumentiert, und vollstΓ€ndig wirkungslos. Β§1 StaRUG verlangt genau das was planmÀßige HandlungsunfΓ€higkeit verhindert: dass erkannte bestandsgefΓ€hrdende Entwicklungen rechtzeitig in Entscheidungen und Maßnahmen ΓΌberfΓΌhrt werden. Das Gesetz setzt voraus dass das System so gebaut ist dass zwischen Erkennen und Handeln keine strukturelle LΓΌcke klafft. Die Frage die jede FΓΌhrungskraft sich stellen sollte ist nicht ob Risiken erkannt werden. Die Frage ist was passiert wenn sie es werden. Wer entscheidet – konkret, namentlich, mit welcher Befugnis und bis wann? Was passiert wenn diese Person nicht entscheidet? Und welches Risiko lΓΆst automatisch eine Eskalation aus? Wer diese Fragen beantwortet handelt. Wer sie nicht beantwortet hat die UnfΓ€higkeit eingebaut – ob er es weiß oder nicht.
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