Zum Inhalt springen
← Alle Artikel2 Min. Lesezeit

Ein Frischegroßhandel mit sechzehn Mitarbeitern, eigenem Kühlhaus und Auslieferung an Gastronomie und Einzelhandel.

Ein Frischegroßhandel mit sechzehn Mitarbeitern, eigenem Kühlhaus und Auslieferung an Gastronomie und Einzelhandel.
Ein Fall für Einfach Krisenfest. Ein echter Beratungsfall. Aus meiner Praxis. Details verfremdet.
Ein Frischegroßhandel mit sechzehn Mitarbeitern, eigenem Kühlhaus und Auslieferung an Gastronomie und Einzelhandel. An einem Dienstagmorgen im Spätherbst fällt der Strom aus. Der Netzbetreiber meldet zunächst eine Stunde, am Ende werden es knapp zwei Tage. Die Ursache liegt bei einem Schaden an einer Leitung in der Region, mit dem der Betrieb nichts zu tun hat.
Digital war dieser Betrieb hervorragend aufgestellt. Warenwirtschaft, Tourenplanung, Telefonanlage über das Internet, Zeiterfassung, Zugangskontrolle, und selbst die Rolltore an der Laderampe lassen sich nur elektrisch öffnen. Die Tore haben übrigens zuverlässig Dienst nach Vorschrift gemacht: Ohne Strom tun sie gar nichts.
Am ersten Morgen stehen die Mitarbeiter vor verschlossenen Toren. Das Festnetz ist tot, das Handynetz nur eingeschränkt nutzbar, und eine aktuelle Telefonliste gibt es nur im Rechner. Der Inhaber erreicht etwa die Hälfte seines Teams. Im Kühlhaus steigt währenddessen die Temperatur, und niemand hat festgelegt, ab welchem Wert was umgelagert, verkauft oder entsorgt wird. Entschieden wird deshalb von dem, der gerade zuerst eine Taschenlampe findet.
Nach zwei Tagen ist Ware im fünfstelligen Wert verdorben, und drei Großkunden haben in dieser Zeit bei einem Mitbewerber bestellt. Nicht wegen der Qualität, sondern wegen der Antwort auf die Frage, wann wieder geliefert werden kann. Die Antwort hatte niemand.
Was wir danach aufgebaut haben, passt auf wenige Seiten. Ein Notbetriebskonzept: Was muss laufen, was darf ausfallen, wer entscheidet ab welcher Temperatur was passiert. Eine Telefonkette auf Papier, im Büro, beim Schichtleiter und beim Inhaber hinterlegt, dazu ein fester Treffpunkt auf dem Hof für den Fall, dass niemand erreichbar ist. Ein Notfall-Koffer am Standort mit Stirnlampen, Kurbelradio, Powerbanks, Thermometer und Bargeld. Und eine Klärung mit einem Elektrobetrieb, ob Kühlung und Tor über einen Generatoranschluss versorgt werden können. Ob sich das lohnt, ist eine Rechnung. Wichtig war, dass sie gemacht wurde.
Der erste Morgen eines Ausfalls dauert dort jetzt eine Viertelstunde statt eines halben Tages, und das Team weiß, wohin es um sieben Uhr geht. Teuer war davon nichts, und kompliziert auch nicht.
Die Aussage des Inhabers danach: "Wir hatten alles digital geregelt. Nur nicht den Moment, in dem nichts mehr digital geht."
Genau dafür ist Einfach Krisenfest da.
Wenn Sie mehr zum Thema Unternehmer-Resilienz wissen möchten – kurze DM genügt.
← Alle Artikel