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Ein Produktionsbetrieb. Zweiundzwanzig Mitarbeiter. Einer der Kernlieferanten – zuständig für ein spezielles Bauteil das in fast jedem Produkt steckt

Ein Produktionsbetrieb. Zweiundzwanzig Mitarbeiter. Einer der Kernlieferanten – zuständig für ein spezielles Bauteil das in fast jedem Produkt steckt
Ein Fall für Einfach Krisenfest. Ein echter Beratungsfall. Aus meiner Praxis. Details verfremdet.
Ein Produktionsbetrieb. Zweiundzwanzig Mitarbeiter. Einer der Kernlieferanten – zuständig für ein spezielles Bauteil das in fast jedem Produkt steckt – meldet sich eines Montags nicht mehr. Keine Insolvenz die sich angekündigt hätte. Keine Vorwarnung. Einfach weg. Der Geschäftsführer erfährt es über den Anruf einer Kollegin aus der Branche die zufällig davon gehört hat.
Was dann folgt sind keine dramatischen Szenen. Es ist das langsame Aufwachen das viele schlimmer finden als einen schnellen Schock: Die Erkenntnis dass man nicht weiß wie lange die eigenen Bestände reichen. Dass man nie ernsthaft geprüft hat ob es überhaupt alternative Anbieter gibt – und wenn ja zu welchen Konditionen und mit welchen Vorlaufzeiten. Dass das Bauteil in einer sehr spezifischen Toleranz gefertigt werden muss die nicht jeder kann. Und dass die gesamte Produktplanung der nächsten drei Monate auf einem Lieferanten aufgebaut hat der jetzt nicht mehr existiert.
Der Betrieb läuft noch. Aber er läuft auf Sicht. Zwei Wochen Puffer wenn es gut geht. Danach Produktionsstopp.
Was mich an diesem Fall besonders beschäftigt hat ist nicht die Situation selbst – Lieferantenausfälle passieren – sondern das Gespräch das folgte. Als ich fragte ob er jemals alternative Lieferanten geprüft habe sagte er: Ja natürlich, vor ein paar Jahren mal. Das ist die Antwort die ich in solchen Gesprächen am häufigsten höre. Vor ein paar Jahren mal. Was vor ein paar Jahren gestimmt haben mag stimmt heute nicht mehr zwingend. Märkte verändern sich. Anbieter verschwinden. Kapazitäten werden verknappt.
Was wir danach gemeinsam aufgebaut haben ist keine komplexe Lieferkettenstrategie. Es ist eine strukturierte Übersicht: Welche Lieferanten sind geschäftskritisch – also solche deren Ausfall die Produktion innerhalb von zwei Wochen gefährdet? Für jeden davon: Gibt es einen qualifizierten Alternativlieferanten? Wurde er in den letzten zwölf Monaten aktiv geprüft? Wie groß ist der Mindestbestand der einen Ausfall für mindestens vier Wochen überbrückt? Und wer im Unternehmen ist zuständig wenn ein solcher Lieferant ausfällt – und weiß das auch?
Eine Seite. Einmal im Jahr aktualisiert. Und ein Lieferantenausfall der beim nächsten Mal kein Aufwachen mehr ist sondern ein geregelter Übergang.
Seine Aussage danach war einer jener Sätze die ich nicht vergesse: Ich dachte Resilienz ist etwas für Konzerne. Das hier passt auf eine Seite.
Genau dafür ist Einfach Krisenfest da.
Wenn Sie mehr zum Thema Unternehmer-Resilienz wissen möchten – kurze DM genügt.
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