Eine Stunde im Jahr macht aus einer Vermutung einen Plan
Ein Notfallplan, der nie geübt wurde, ist eine Vermutung.
Die meisten Geschäftsführer haben irgendwo einen Notfallplan: einen Ordner, eine Datei, ein Konzept von vor drei Jahren. Fragt man, ob er funktioniert, kommt ein überzeugtes "Ich denke schon". Das ist ehrlich gemeint, aber es ist keine Auskunft, sondern eine Vermutung.
Was eine Vermutung von einem Plan trennt, zeigt sich in der ersten Stunde einer Übung. Dann stellt sich heraus, dass die Nummer der Hausbank zwei Ansprechpartner alt ist, dass das Passwort aus dem Ordner nicht mehr passt und dass die Vollmacht zwar existiert, aber niemand weiß, wo das Original liegt. Nichts davon ist dramatisch, solange es an einem ruhigen Vormittag mit einer Tasse Kaffee auffällt. An dem Tag, an dem es zählt, ist es dramatisch.
Dafür genügt eine Stunde im Jahr. Sie wählen ein Szenario, zum Beispiel "Der Geschäftsführer fällt ab sofort aus" oder "Die IT ist weg", und tun so, als wäre es wahr. Jemand, der den Plan nicht geschrieben hat, arbeitet ihn ab: Ordner holen, die genannten Personen tatsächlich anrufen, eine Datei aus der Sicherung wirklich zurückholen. Am Ende steht eine Liste der Stolperstellen, und die wird in der Woche danach erledigt. Die Feuerwehr übt auch, obwohl sie weiß, wie ein Schlauch funktioniert.
Der Gewinn liegt in zwei Dingen. Wer es einmal durchgespielt hat, weiß, dass der Plan trägt, und das ist ein anderes Gefühl als Hoffen. Und er weiß, wo er noch nicht trägt, und das ist der eigentliche Wert der Stunde, denn Lücken, die man kennt, lassen sich schließen.
Eine Stunde im Jahr macht aus einer Vermutung einen Plan.
Wenn Sie mehr zum Thema Unternehmer-Resilienz wissen möchten – kurze DM genügt.
Darauf ein Käffchen.