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Es gibt drei Muster die ich in fast jedem Unternehmen finde. Sie sehen unterschiedlich aus. Aber sie entstehen aus derselben Quelle: niemand hat sie j

Es gibt drei Muster die ich in fast jedem Unternehmen finde. Sie sehen unterschiedlich aus. Aber sie entstehen aus derselben Quelle: niemand hat sie j
In der Beratung treffe ich regelmäßig auf Unternehmen die effizienter werden wollen. Mehr Output. Weniger Aufwand. Schnellere Prozesse. Das Ziel ist klar. Die Diagnose meistens nicht. Denn bevor man etwas beseitigen kann muss man es benennen können. Und genau da scheitern die meisten Verbesserungsinitiativen – nicht an der Umsetzung sondern an der Analyse. Es gibt drei Muster die ich in fast jedem Unternehmen finde. Sie sehen unterschiedlich aus. Aber sie entstehen aus derselben Quelle: niemand hat sie je klar beim Namen genannt. Das erste Muster ist unnötige Arbeit. Aktivitäten die Ressourcen verbrauchen ohne dass irgendjemand dadurch einen echten Nutzen hätte. Der Bericht der erstellt wird weil er schon immer erstellt wurde. Das Freigabeverfahren das vier Unterschriften braucht obwohl eine reichen würde. Die Übergabe die doppelt dokumentiert wird weil zwei Abteilungen dasselbe Formular haben. Niemand hat entschieden dass das so sein soll. Es ist einfach so gewachsen. Das zweite Muster ist Ungleichmäßigkeit. Prozesse die mal rasen mal stocken – nicht weil die Nachfrage schwankt sondern weil das System selbst keine gleichmäßige Auslastung produziert. Eine Woche hat niemand etwas zu tun. Die nächste ist alles dringend. Das erzeugt Hektik, Fehler und Überarbeitung – und niemand sieht den Zusammenhang weil jeder nur seinen Ausschnitt kennt. Das dritte Muster ist Überlastung. Nicht die kurzfristige Belastungsspitze die jedes Unternehmen kennt. Sondern die strukturelle – wenn Menschen oder Maschinen dauerhaft mehr leisten sollen als ein System vernünftigerweise von ihnen fordern darf. Das erzeugt keine Leistung. Es erzeugt Fehler, Ausfälle und irgendwann den Punkt an dem das System bricht. Das Tückische: Wer nur eines dieser drei Muster angeht ohne die anderen zu adressieren löst das Problem nicht. Wer unnötige Arbeit streicht aber die Ungleichmäßigkeit lässt hat morgen wieder Hektik. Wer Überlastung reduziert aber die unnötige Arbeit nicht anfasst hat nur weniger Leistung bei gleichem Aufwand. Der erste Schritt ist immer derselbe: benennen was da ist. Nicht optimieren. Nicht Maßnahmen beschließen. Erst sehen. Dann verstehen. Dann handeln. Was man nicht benennen kann kann man nicht beseitigen.
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