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Es gibt Risiken die niemand sieht. Nicht weil niemand hinschaut. Sondern weil das System so gebaut ist dass es genau diese Risiken nicht sehen kann.

Es gibt Risiken die niemand sieht. Nicht weil niemand hinschaut. Sondern weil das System so gebaut ist dass es genau diese Risiken nicht sehen kann.
Es gibt Risiken die niemand sieht. Nicht weil niemand hinschaut. Sondern weil das System so gebaut ist dass es genau diese Risiken nicht sehen kann. Das ist der Unterschied zwischen individueller Blindheit und systemischer Blindheit. Und er ist entscheidend. Individuelle Blindheit ist ein Führungsproblem. Jemand schaut weg. Jemand ignoriert ein Signal. Das lässt sich mit Kultur, mit Führung, mit dem richtigen Team adressieren. Systemische Blindheit ist ein Strukturproblem. Und es lässt sich nicht durch bessere Menschen lösen – weil die besten Menschen in einem systemisch blinden System trotzdem nicht sehen was das System ausblendet. Drei Mechanismen produzieren systemische Blindheit regelmäßig. Der erste: Das Risiko ist unbequem. Es stellt strategische Entscheidungen in Frage die bereits getroffen und kommuniziert wurden. Es würde bedeuten dass jemand zugeben müsste falsch gelegen zu haben. Also wird es nicht offiziell benannt. Es wandert in den Bereich des Organisiert-Nichtwissens – und niemand muss damit umgehen. Der zweite: Das Risiko betrifft niemandes Budget und liegt zwischen den Zuständigkeiten. Es ist operativ relevant – aber weder Vertrieb noch Produktion noch IT fühlt sich verantwortlich es zu messen und zu berichten. Es landet nirgends. Und weil es nirgends landet wird es nirgends erkannt. Der dritte ist der heimtückischste: Das Risiko entsteht durch das Zusammenwirken mehrerer Entwicklungen die einzeln harmlos wirken. Jede Abteilung sieht ihren Teil – und bewertet ihn als unkritisch. Niemand sieht das Gesamtbild. Nicht weil niemand intelligent genug wäre. Sondern weil das System keine Instanz hat die verschiedene Signale zusammenführt und als Muster erkennt. §1 StaRUG setzt voraus dass genau diese Risiken – die unbequemen, die budgetlosen, die unsichtbar wachsenden Kombinationen – systematisch erfasst werden. Das ist der Kern der Pflicht zur Risikofrüherkennung. Nicht die einfachen Risiken zu managen die ohnehin jeder sieht. Sondern die strukturellen Lücken zu schließen in denen Risiken verschwinden. Die Frage die jede Führungskraft sich stellen sollte: Welche Risiken in unserem Unternehmen würden unbequem wenn sie benannt würden, betreffen niemandes Budget – und welche entstehen gerade durch das Zusammenwirken von Entwicklungen die einzeln noch niemanden beunruhigen? Das sind die Risiken die das System gerade ausblendet.
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