Fokus fühlt sich nach Verzicht an. Das ist die Falle. Wer drei Dinge auf später verschiebt glaubt er gibt etwas auf. In Wirklichkeit schafft er die Vo
Ich habe dieses Jahr selbst den Fehler gemacht den ich in der Beratung regelmäßig beobachte.
Drei große Vorhaben gleichzeitig. Alle wichtig. Alle gut begründet. Und nach einem Quartal hatte ich bei keinem wirklich etwas vorzuweisen das mich zufriedengestellt hätte. Nicht weil die Vorhaben falsch waren. Sondern weil drei Dinge gleichzeitig zu wollen bedeutet dass keines davon wirklich genug bekommt.
Ein Gärtner der zu viele Samen auf einmal in dieselbe Erde setzt bekommt viele Sprösslinge. Und keine einzige Frucht. Die Erde hat nur begrenzte Nährstoffe. Das ist keine Meinung. Das ist Biologie.
In Unternehmen funktioniert dasselbe Prinzip – nur heißt die begrenzte Ressource nicht Erde. Sie heißt Aufmerksamkeit. Führungskraft-Zeit. Energie. Konzentration. All das was ein Vorhaben braucht um wirklich voranzukommen.
Ich sehe das regelmäßig: Ein Unternehmen erschließt einen neuen Markt – halb. Entwickelt ein neues Produkt – fast. Führt ein neues System ein – irgendwie. Schiebt eine Zertifizierung an – liegt gerade auf Eis. Alle vier Baustellen haben ihren Grund. Alle vier werden ernsthaft verfolgt. Und bei keiner davon passiert das was passieren sollte – weil die Nährstoffe auf zu viele Stellen verteilt sind.
Fokus fühlt sich nach Verzicht an. Das ist die Falle. Wer drei Dinge auf später verschiebt glaubt er gibt etwas auf. In Wirklichkeit schafft er die Voraussetzung dafür dass das eine Richtige wirklich trägt. Weniger ist nicht weniger. Es ist die Grundlage für mehr.
Die Frage die ich seitdem in der eigenen Planung konsequenter stelle – und die ich Führungsteams empfehle sich einmal im Jahr ehrlich zu stellen: Was ist das eine Vorhaben das wenn wir es dieses Jahr wirklich abschließen den größten Unterschied macht?
Alles andere ist Erde die für mehrere Sprösslinge gleichzeitig genutzt wird.