„Geplante Improvisation“ klingt nach einem Konzept. Tatsächlich ist es oft nur ein hübsches Wort für: Wir haben nichts vorbereitet.
„Geplante Improvisation“ klingt nach einem Konzept. Tatsächlich ist es oft nur ein hübsches Wort für: Wir haben nichts vorbereitet.
Im Ernstfall soll dann plötzlich alles funktionieren. Die Zuständigkeit. Die Kommunikation. Die Entscheidung. Der Zugriff auf wichtige Informationen.
Nur geplant wurde davon nichts.
Improvisation kann notwendig werden, wenn eine Krise anders verläuft als erwartet. Sie ist aber kein Ersatz für die Dinge, die vorher geklärt werden können.
Wer koordiniert die ersten Schritte? Wer darf Entscheidungen treffen? Welche Mitarbeiter, Kunden oder Geschäftspartner müssen informiert werden? Wo liegen die wichtigsten Kontakte und Unterlagen?
Das sind keine Fragen, die eine Krise überraschend erfindet. Das sind Fragen, die ein Unternehmen vorher beantworten kann.
Wer darauf verzichtet, plant keine Improvisation. Er plant die eigene Handlungsunsicherheit gleich mit.
Unter Stress wird das nicht besser. Dann fehlen Zeit, Überblick und oft auch die gemeinsame Orientierung. Menschen müssen gleichzeitig Informationen suchen, Zuständigkeiten klären und Entscheidungen treffen. Das ist kein Zeichen fehlender Kompetenz. Es ist ein vermeidbar schlechter Start.
Ein Notfallplan muss deshalb nicht jede Wendung vorwegnehmen. Er muss den Anfang entlasten. Zuständigkeiten, Befugnisse, Alarmierungswege und erste Schritte gehören vorher geklärt.
Danach darf improvisiert werden, wo Improvisation wirklich nötig ist.
Prüfen Sie Ihren Notfallplan mit drei Fragen:
Was muss in den ersten 30 Minuten feststehen?
Wer darf dann handeln?
Und wo findet diese Person die nötigen Informationen?
Wenn die Antworten fehlen, ist das keine geplante Improvisation. Es ist fehlende Vorbereitung mit einem freundlicheren Namen.