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Kein Geschäftsführer hat das je laut gesagt. Gedacht haben es mehr als zugeben würden.

Kein Geschäftsführer hat das je laut gesagt. Gedacht haben es mehr als zugeben würden.
Kein Geschäftsführer hat das je laut gesagt. Gedacht haben es mehr als zugeben würden. "Unsere Verfahrensdokumentation existiert nicht. Wenn Frau Müller morgen ausfällt, stehen wir still." "Ich weiß dass StaRUG ein Frühwarnsystem vorschreibt. Wir haben keines. Ich hoffe dass es nicht auffällt." "Unser Notfallplan liegt im Schrank. Ich weiß nicht mal ob er noch aktuell ist. Getestet haben wir ihn nie." Drei Sätze. Drei verschiedene Themen. Eine gemeinsame Eigenschaft: Sie beschreiben den Normalzustand in erschreckend vielen gut geführten Betrieben. Nicht weil die Geschäftsführer nachlässig sind. Sondern weil diese Themen solange keine Priorität haben, wie nichts passiert. Das Problem mit dieser Logik ist bekannt: Was keine Priorität hat, bleibt ungelöst. Und was ungelöst bleibt, materialisiert sich irgendwann – meistens zum ungünstigsten Zeitpunkt, mit den höchsten Kosten und dem geringsten Handlungsspielraum. Frau Müller die alles weiß ist kein Betriebsgeheimnis. Sie ist ein Konzentrationsrisiko. Wenn das Wissen über Abläufe, Prozesse und Entscheidungen ausschließlich in einem Kopf steckt, ist der Betrieb von einer einzigen Person abhängig – und das ohne es je so entschieden zu haben. Das Finanzamt fragt bei einer Prüfung nicht ob Frau Müller verfügbar ist. Es fragt wie der Prozess dokumentiert ist. Das fehlende Frühwarnsystem ist keine Kleinigkeit die man später nachholen kann. StaRUG §1 schreibt die fortlaufende Überwachung bestandsgefährdender Entwicklungen vor – für jeden Geschäftsführer, unabhängig von Unternehmensgröße. Wer hofft dass es nicht auffällt, hat die Richtung des Gesetzes nicht verstanden. Und wer zu spät erkennt dass es eng wird, hat meistens keinen Zugang mehr zu den Instrumenten die noch helfen könnten. Der ungetestete Notfallplan ist das vielleicht gefährlichste der drei Szenarien – weil er das Gefühl von Vorbereitung erzeugt ohne die Substanz dahinter. Ein Plan der nie getestet wurde enthält veraltete Kontakte, falsche Annahmen und Prozesse die sich längst verändert haben. Er gibt Sicherheit die er nicht liefern kann. Und das merkt man erst wenn er gebraucht wird. Diese drei Sätze laut auszusprechen ist der erste Schritt. Der zweite ist zu prüfen ob sie auf den eigenen Betrieb zutreffen. Der dritte ist etwas dagegen zu tun solange noch Spielraum dafür da ist. Schreib mir eine DM wenn du wissen willst wie gut dein Betrieb bei diesen drei Punkten wirklich aufgestellt ist.
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