Mit wem spricht ein Geschäftsführer eigentlich, wenn es wirklich schwierig wird?
Mit wem spricht ein Geschäftsführer eigentlich, wenn es wirklich schwierig wird?
Nicht die operativen Probleme – die landen auf dem Schreibtisch und werden gelöst. Sondern die echten Sorgen. Die Frage, ob man noch die richtige Person für diese Rolle ist. Die Zweifel, ob die Strategie trägt, die man öffentlich verteidigt. Die Angst vor einem Fehler, dessen Konsequenzen man noch nicht überblickt. Die Erschöpfung, die man niemandem zeigen kann, weil man der sein muss, der die Richtung vorgibt.
Mit dem Team geht es nicht. Zu viel Macht im Raum, zu viel Wirkung auf die Stimmung. Ein Geschäftsführer, der Zweifel zeigt, beeinflusst damit das gesamte Unternehmen – das weiß jeder, der diese Rolle trägt, und hält sich deshalb zurück.
Mit dem Partner geht es manchmal. Aber der kennt die Materie oft nicht tief genug, und irgendwann merkt man, dass man die Sorgen vereinfacht, um sie überhaupt erklären zu können. Oder dass man sie weglässt, weil man zuhause nicht mehr der sein will, der Probleme mitbringt.
Mit Freunden wird es mit der Zeit seltener. Nicht weil die Freundschaft schlechter wird, sondern weil die Welten auseinanderdriften. Wer kein Unternehmen führt, versteht auf einer bestimmten Ebene nicht, was es bedeutet, für dreißig oder hundert Menschen verantwortlich zu sein. Das ist keine Kritik – es ist eine Realität.
Was bleibt, ist meistens: niemand. Oder präziser: niemand, mit dem man wirklich und ohne Filter reden kann.
Das ist kein persönliches Versagen. Es ist eine strukturelle Einsamkeit, die mit der Rolle kommt. Sie entsteht nicht aus mangelnder sozialer Kompetenz, sondern aus der Logik von Macht und Verantwortung. Wer ganz oben steht, steht in bestimmten Momenten sehr allein – und spricht darüber mit niemandem, weil das zum Bild gehört, das man nach außen trägt.
Was mich interessiert: Wie lösen Sie das? Mit wem reden Sie wirklich, wenn es schwierig wird?