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Mitarbeiterführung ist nicht so verschieden von Kindererziehung. Wer seinem Kind das Spielzeug hinterher räumt, erzieht jemanden der nicht aufräumt.

Mitarbeiterführung ist nicht so verschieden von Kindererziehung. Wer seinem Kind das Spielzeug hinterher räumt, erzieht jemanden der nicht aufräumt.
Mitarbeiterführung ist nicht so verschieden von Kindererziehung. Wer seinem Kind das Spielzeug hinterher räumt, erzieht jemanden der nicht aufräumt. Wer immer die Probleme seiner Mitarbeiter löst, erzieht jemanden der keine Probleme löst. Das klingt hart. Es ist nur konsequent. Wer jeden Konflikt im Team sofort löst, meint es gut. Er tut aber etwas Kontraproduktives: Er nimmt dem Team die Chance zu lernen wie man Konflikte selbst klärt. Konflikte brauchen manchmal Moderation – jemanden der hilft den Rahmen zu halten, die richtigen Fragen zu stellen, die Eskalation zu verhindern. Aber lösen sollten sie die Beteiligten selbst. Eine Führungskraft die jeden Streit übernimmt erzieht ein Team das ohne sie nicht mehr auskommt. Das fühlt sich nach Stärke an. Es ist eine Abhängigkeit. Wer keine Entscheidungen delegiert, delegiert sie trotzdem. Er delegiert sie an sich selbst – und macht sich damit zur unverzichtbaren Engstelle jedes Prozesses. Ein Kind das nie selbst entscheiden darf was es anzieht, lernt nicht zu entscheiden. Es lernt zu warten bis jemand entscheidet. Ein Mitarbeiter dem jede relevante Entscheidung abgenommen wird, lernt dasselbe. Und irgendwann hört er auf zu fragen – weil er weiß dass die Antwort sowieso von oben kommt. Wer die Konsequenzen der Fehler seiner Mitarbeiter immer abfängt, schützt sie kurzfristig. Langfristig erzieht er jemanden der nicht versteht warum Sorgfalt wichtig ist. Fehler müssen spürbar sein – nicht als Bestrafung, sondern weil nur so Verantwortungsgefühl entsteht. Ein Kind das nie die Konsequenzen seiner Entscheidungen erlebt, lernt nicht verantwortungsvoll zu entscheiden. Ein Mitarbeiter auch nicht. Der gemeinsame Nenner hinter all dem: Führung die schützt statt entwickelt, fühlt sich fürsorglich an. Sie ist es auch – kurzfristig. Langfristig produziert sie Abhängigkeit statt Selbstständigkeit. Und Selbstständigkeit ist das einzige was einen Betrieb auch dann funktionsfähig hält wenn die Führungskraft nicht im Raum ist.
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