Qualitätsprobleme entstehen selten wenn jemand sich vollständig auf eine Aufgabe konzentriert. Sie entstehen fast immer wenn jemand zwischen Aufgaben
Ich bin über ein Zitat gestolpert das aus dem 18. Jahrhundert stammt und trotzdem präziser beschreibt was ich täglich in Unternehmen beobachte als die meisten modernen Managementbücher zusammen.
Philip Dormer Stanhope, der 4. Earl of Chesterfield, formulierte es so: "There is time enough for everything, in the course of the day, if you do but one thing at once; but there is not time enough in the year, if you will do two things at a time."
Auf Deutsch und auf den Punkt: Wer eine Sache macht hat genug Zeit. Wer zwei Dinge gleichzeitig macht hat nie genug Zeit. Und ich würde ergänzen: Wer zwei Dinge gleichzeitig macht, macht beide schlechter.
Das ist keine Frage der Effizienz. Es ist eine Qualitätsfrage.
Qualitätsprobleme entstehen selten wenn jemand sich vollständig auf eine Aufgabe konzentriert. Sie entstehen fast immer wenn jemand zwischen Aufgaben springt, mit geteilter Aufmerksamkeit arbeitet, drei Dinge gleichzeitig im Kopf hat von denen keines die volle Aufmerksamkeit bekommt. Der Fehler im Bericht der erst beim Kunden auffällt. Die Prüfung die halbherzig durchgeführt wurde weil gleichzeitig das nächste Meeting vorbereitet werden musste. Das Detail das übersehen wurde weil die Aufmerksamkeit woanders war.
Das ist kein Versagen von Menschen. Es ist das vorhersehbare Ergebnis von Systemen die Parallelisierung erzwingen – zu viele Projekte gleichzeitig, zu viele Unterbrechungen, zu viele Aufgaben die alle dringend sind und keine die wirklich fertig wird.
Gutes Qualitätsmanagement beginnt deshalb nicht bei der Checkliste. Es beginnt bei der Frage wie Arbeit strukturiert ist. Wer Menschen zwingt drei Dinge gleichzeitig zu machen, bekommt drei halbfertige Dinge. Wer Fokus ermöglicht, bekommt eines das wirklich fertig ist.
Der Earl of Chesterfield wusste das bereits 1740. In vielen Unternehmen hat es sich noch nicht herumgesprochen.