Risikomanagement beginnt nicht mit der Matrix. Es beginnt mit dem Mut etwas laut auszusprechen das alle leise wissen.
Ein Risiko das niemand benennt ist kein verwaltetes Risiko.
Es ist Hoffnung auf Rechnung.
Der Unterschied klingt gering. Er ist es nicht.
In vielen Risikogesprächen die ich erlebe passiert dasselbe: Alle wissen dass etwas da ist. Alle spüren es. Manchmal haben es einzelne sogar intern angesprochen. Aber niemand hat es offiziell benannt. Niemand hat es in die Risikomatrix geschrieben. Niemand hat einen Namen daruntergesetzt.
Warum? Weil Benennen Konsequenzen hat. Wer ein Risiko offiziell benennt muss auch erklären was dagegen getan wird. Und manchmal ist die ehrliche Antwort: noch nichts. Das ist unbequem. Also bleibt das Risiko unbenannt. Und alle hoffen dass es sich von selbst löst.
Das ist keine böse Absicht. Es ist ein sehr menschlicher Mechanismus. Aber er hat einen Preis. Ein Risiko das niemand benennt kann niemand steuern. Es wächst im Verborgenen – und taucht irgendwann auf wenn der Handlungsspielraum bereits klein geworden ist. Dann kommt die Rechnung. Und sie ist meistens höher als sie hätte sein müssen.
Risikomanagement beginnt nicht mit der Matrix. Es beginnt mit dem Mut etwas laut auszusprechen das alle leise wissen.
Darauf ein Käffchen.