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Sind Sie auch ein SW-Slacker? KI macht es leichter denn je. Sich hinter Komplexität verstecken war in der SW-Entwicklung noch nie so einfach.

Sind Sie auch ein SW-Slacker? KI macht es leichter denn je.
Sich hinter Komplexität verstecken war in der SW-Entwicklung noch nie so einfach.
Ich war selbst Softwareentwickler. Ich weiß deshalb aus eigener Erfahrung, wie einfach es war, sich hinter Komplexität zu verstecken. "Das ist technisch aufwendiger als es aussieht" ist ein Satz, den kein Manager wirklich widerlegen konnte. Ich sage das nicht als Vorwurf – ich sage es, weil das strukturelle Problem nicht bei Entwicklern lag, sondern bei der Messbarkeit. Wer Aufwände nicht einschätzen kann, kann auch Leistung nicht einschätzen. Gute Entwickler haben diese Lücke genutzt, um schneller und besser zu werden. Andere haben sie genutzt, um eine ruhige Kugel zu schieben. Von außen sah beides gleich aus. KI eskaliert dieses Problem gerade massiv. Manager, die früher schon Schwierigkeiten hatten, Entwicklungsaufwände einzuschätzen, stehen jetzt vor einer Situation ohne jeden Vergleichsrahmen. Niemand weiß mehr wirklich, was realistisch ist. Das schafft einen blinden Fleck, in dem beide Extreme unsichtbar werden. Der Entwickler, der KI nutzt, um in drei Tagen zu liefern, was früher drei Wochen brauchte, kommuniziert das nicht – aus Angst, dass die nächste Deadline grundsätzlich drei Tage beträgt. Also schweigt er und liefert langsamer als er könnte, damit die Erwartung nicht steigt. Das andere Extrem: der Entwickler, der KI kaum wirklich nutzt, aber das nicht zugibt – und dieselben Deadlines verfehlt wie vorher, nur mit aktualisierter Begründung. Früher hieß es "zu komplex". Heute heißt es "das Modell hat da nicht funktioniert". Die Ausrede wechselt. Das Verhalten nicht. Woran erkennt man produktive Entwickler heute? Nicht an der Zeit, nicht an der Codemenge. Sondern an der Qualität der Entscheidungen – welche Teile sie selbst lösen, welche sie delegieren, und ob das Ergebnis wartbar und erklärbar ist. Und ob sie transparent kommunizieren, wie sie arbeiten – oder ob Komplexität weiterhin als Schutzschild funktioniert, weil niemand nachfragt. Das ist keine Frage der Technologie. Es ist dieselbe Führungsfrage wie früher, nur ohne den Komfort vertrauter Vergleichsmaßstäbe. Wie definiert ihr Produktivität in der Softwareentwicklung?
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