Stellen Sie sich vor: Samstag, 11:20 Uhr, kurz vor Weihnachten. In einem Einzelhandelsgeschäft fällt das Kassensystem aus.
Stellen Sie sich vor: Samstag, 11:20 Uhr, kurz vor Weihnachten. In einem Einzelhandelsgeschäft fällt das Kassensystem aus.
Die Mitarbeiterin startet die Kasse neu. Der Bildschirm bleibt schwarz. Die Geschäftsführerin ruft den Dienstleister an. Währenddessen warten die ersten Kunden. Im Team weiß niemand, ob und wie Verkäufe ohne das System erfasst werden dürfen. Einen vorbereiteten Ablauf gibt es nicht.
Der Betrieb steht vor einer Entscheidung, die nicht erst in diesem Moment hätte getroffen werden sollen: Was darf weiterlaufen? Wer entscheidet darüber? Wie werden Vorgänge festgehalten? Und wer sorgt später dafür, dass nichts verloren geht?
Die Geschäftsführerin lässt den Verkauf zunächst ruhen, bis das Team einen kontrollierbaren Weg kennt. Das kostet Zeit und Aufträge. Nicht, weil die Mitarbeitenden untätig wären. Sondern weil niemand ihnen vorher gesagt hat, welche Schritte im Ausfall gelten.
Am nächsten Werktag setzt sich die Geschäftsführerin mit der Teamleitung zusammen. Sie klären, wer einen Notbetrieb freigeben darf, welche Tätigkeiten vorübergehend möglich sind und wie Geschäftsvorgänge dokumentiert werden. Das konkrete Verfahren lassen sie fachlich prüfen. Danach üben sie den Ablauf vor der nächsten Hochsaison.
Ein Ausfall lässt sich nicht immer verhindern. Die erste Entscheidung muss aber nicht erst fallen, wenn die Schlange schon wartet.
Ein Notverfahren, das erst im Ausfall entsteht, ist kein Notverfahren. Es ist Improvisation unter Zeitdruck.
Welche wichtige Leistung in Ihrem Betrieb hängt an einem digitalen System? Und weiß Ihr Team, was es tun darf, wenn dieses System plötzlich ausfällt?
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