Technologie beschleunigt. Das ist ihr Job. Sie beschleunigt Abläufe die vorher langsam waren. Sie beschleunigt aber auch Unklarheiten die vorher niema
Digitalisierung löst keine Governancefragen.
Das ist der Satz den viele Unternehmer zu spät hören. Meistens dann wenn ein neues System eingeführt ist, die Prozesse darin abgebildet sind – und trotzdem niemand weiß wer bei einem Fehler zuständig ist.
Technologie beschleunigt. Das ist ihr Job. Sie beschleunigt Abläufe die vorher langsam waren. Sie beschleunigt aber auch Unklarheiten die vorher niemanden gestört haben weil sie im langsamen Betrieb untergegangen sind. Was früher eine stille Lücke war wird im digitalen Betrieb laut.
Wer ist zuständig wenn dieser Prozess fehlschlägt?
Wer darf diese Entscheidung treffen – und bis zu welchem Betrag?
Wie wird nachgewiesen dass der Prozess korrekt durchlaufen wurde?
Wer informiert wen wenn etwas nicht stimmt?
Das sind keine IT-Fragen. Das sind Governancefragen. Und Governance entsteht nicht dadurch dass man einen Prozess digitalisiert. Sie muss vorher da sein – oder parallel dazu aufgebaut werden. Wer das überspringt kauft sich Geschwindigkeit auf Kosten von Klarheit.
Das Muster das ich in der Beratung immer wieder sehe ist dasselbe. Ein Unternehmen führt ein neues Tool ein. Die Begeisterung ist groß. Die Abläufe werden schneller. Und dann passiert etwas das nicht vorgesehen war – ein Fehler in einem Datensatz, eine nicht autorisierte Freigabe, ein Prozess der doppelt gelaufen ist. Und plötzlich stehen alle vor der Frage die niemand vorher gestellt hat: Wer trägt hier eigentlich die Verantwortung?
Die Antwort auf diese Frage entsteht nicht im System. Sie muss ins System hinein. Als klar definierte Zuständigkeit. Als dokumentierte Entscheidungsgrenze. Als nachvollziehbarer Nachweis dass ein Prozess von der richtigen Person zum richtigen Zeitpunkt korrekt durchgeführt wurde.
Nachweisbarkeit ist dabei der am häufigsten unterschätzte Aspekt. Nicht weil Unternehmen sie nicht wollen. Sondern weil sie im analogen Betrieb oft implizit war – jemand hat unterschrieben, jemand war dabei – und im digitalen Betrieb explizit gemacht werden muss. Ein Klick in einem System ist kein Nachweis wenn nicht dokumentiert ist wer geklickt hat, warum und mit welcher Berechtigung.
Das gilt für Steuerprüfungen. Für interne Audits. Für Haftungsfragen. Und für den Moment in dem ein Mitarbeiter das Unternehmen verlässt und niemand mehr weiß warum eine bestimmte Entscheidung so getroffen wurde.
Digitalisierung ist kein Ersatz für Governance. Sie ist eine Gelegenheit sie aufzubauen – wenn man die Gelegenheit nutzt.
Wenn Sie mehr zum Thema Unternehmer-Resilienz wissen möchten – kurze DM genügt.