Unsicherheit ist für Unternehmer kein Ausnahmezustand. Sie gehört zu Entscheidungen, bei denen noch nicht alle Informationen vorliegen.
Unsicherheit ist für Unternehmer kein Ausnahmezustand. Sie gehört zu Entscheidungen, bei denen noch nicht alle Informationen vorliegen.
Die entscheidende Frage ist deshalb nicht: „Wie bekomme ich die Unsicherheit weg?“ Sondern: „Wie arbeite ich mit ihr, ohne dass sie jede Entscheidung blockiert?“
In meiner Arbeit beginne ich mit drei Schritten.
Erstens: Annahmen sichtbar machen.
Wovon gehen wir gerade aus? Dass der wichtigste Kunde bleibt? Dass der Lieferant wieder liefert? Dass die Liquidität bis zum Jahresende reicht? Eine Annahme ist nicht automatisch falsch. Aber sie sollte als Annahme erkennbar sein und nicht als Tatsache im Raum stehen.
Zweitens: Signale festlegen.
Woran würden wir erkennen, dass unsere Annahme nicht mehr trägt? Eine verspätete Zahlung, ein weiterer Lieferverzug, ein bestimmter Auftragseingang oder eine Entwicklung bei den Kosten können solche Signale sein. Wer sie vorher benennt, muss später nicht erst darüber streiten, ob sich die Lage verändert hat.
Drittens: den nächsten überprüfbaren Schritt bestimmen.
Nicht die gesamte Zukunft muss heute entschieden werden. Es reicht oft, festzulegen, welche Information als Nächstes beschafft wird, wer sie prüft und bis wann daraus eine Entscheidung entsteht.
So wird Unsicherheit nicht angenehm. Aber sie wird bearbeitbar.
Das ist für mich ein wichtiger Unterschied. Unternehmerische Resilienz bedeutet nicht, immer sicher zu sein. Sie bedeutet, auch unter Unsicherheit handlungsfähig zu bleiben, Annahmen zu prüfen und Entscheidungen an neue Signale anzupassen.
Welche Annahme trägt in Ihrem Unternehmen gerade eine wichtige Entscheidung – und woran würden Sie erkennen, dass sie nicht mehr trägt?