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Wenn der erfahrenste Mitarbeiter eines Betriebs in Rente geht, geht dreißig Jahre Erfahrung mit ihm.

Wenn der erfahrenste Mitarbeiter eines Betriebs in Rente geht, geht dreißig Jahre Erfahrung mit ihm.
Wenn der erfahrenste Mitarbeiter eines Betriebs in Rente geht, geht dreißig Jahre Erfahrung mit ihm. Nicht das was im Handbuch steht. Das was er weiß obwohl es nirgendwo steht. Wie man merkt dass eine Maschine nicht stimmt bevor der Alarm losgeht. Welcher Kunde es genau so haben will und welcher flexibel ist. Warum dieser Schritt immer in dieser Reihenfolge gemacht werden muss auch wenn es im Prozess nicht so steht. Was man tut wenn das Standardverfahren nicht funktioniert. Diese Art von Wissen entsteht nicht durch Schulung. Es entsteht durch Jahre – und es verschwindet still wenn die Person geht die es trägt. Die meisten Betriebe reagieren auf dieses Problem auf eine von zwei Arten. Die erste: Man hofft dass die Neuen es irgendwie herausfinden. Das dauert lange, ist teuer und endet meistens mit Fehlern die vermeidbar gewesen wären. Die zweite: Man versucht alles in einem dicken Handbuch zu dokumentieren das niemand liest und das nach zwei Jahren veraltet ist. Beides funktioniert nicht. Und beides verpasst den eigentlichen Punkt. Erfahrungswissen lässt sich nicht vollständig dokumentieren – aber es lässt sich strukturiert weitergeben. Was wirklich hilft ist die Kombination aus drei Dingen: Die nicht verhandelbaren Grundlagen werden klar festgehalten – nicht als bürokratisches Dokument, sondern als lebendige Grundlage für den Alltag. Die schwer erklärbaren Schritte werden sichtbar gemacht – durch direkte Weitergabe, durch Beobachtung, durch gemeinsames Arbeiten bevor der Erfahrene geht. Und das Wissen wird in Prozesse eingebaut die im Alltag tatsächlich funktionieren – nicht in Dokumente die nur beim nächsten Audit aus dem Schrank geholt werden. Das Ziel ist nicht ein Betrieb der ohne Menschen funktioniert. Das Ziel ist ein Betrieb der nicht zum Stillstand kommt wenn ein Mensch fehlt der dreißig Jahre lang unverzichtbar war. Verfahrensdokumentation, Wissensmanagement, strukturierte Übergaben – das sind keine bürokratischen Themen. Es sind Überlebensfragen für jeden Betrieb der auf Menschen angewiesen ist. Also jeden.
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