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„Wir müssen das Stakeholder-Alignment vor dem nächsten Sprint synchronisieren, um die Roadmap-Priorisierung zu de-risken."

„Wir müssen das Stakeholder-Alignment vor dem nächsten Sprint synchronisieren, um die Roadmap-Priorisierung zu de-risken."
„Wir müssen das Stakeholder-Alignment vor dem nächsten Sprint synchronisieren, um die Roadmap-Priorisierung zu de-risken." Verstehen Sie, was das bedeutet? Wahrscheinlich ungefähr. Aber stellen Sie sich vor, ein Mitarbeiter in der Produktion oder ein neuer Kollege ohne Beratungshintergrund hört diesen Satz in einem Meeting. Was bleibt bei ihm hängen? Vermutlich nicht viel – außer dem Gefühl, dass hier jemand spricht, der nicht für ihn gesprochen hat. Management-Jargon hat eine seltsame Doppelfunktion. Offiziell soll er Präzision schaffen. Tatsächlich schafft er oft etwas anderes: eine unsichtbare Mauer zwischen denen, die den Jargon verstehen, und denen, die ihn nicht verstehen. Wer Fachbegriffe und Anglizismen aneinanderreiht, signalisiert unbewusst: Dieser Raum ist für Insider. Wer nicht mitreden kann, gehört nicht ganz dazu. Das Tückische daran: Viele, die diesen Jargon benutzen, tun es nicht aus Arroganz, sondern aus Gewohnheit. Man übernimmt die Sprache, die man in Meetings, Büchern und LinkedIn-Posts hört, ohne zu merken, dass sie für einen großen Teil der eigenen Belegschaft eine Fremdsprache ist. Die eigentliche Ironie: Komplizierte Sprache wird oft mit Kompetenz verwechselt. Tatsächlich ist das Gegenteil meistens richtig. Wer ein komplexes Thema in einfachen Worten erklären kann, hat es wirklich verstanden. Wer es nur mit Fachbegriffen umschreiben kann, hat möglicherweise nur die Begriffe gelernt, ohne den Inhalt vollständig durchdrungen zu haben. Komplizierte Sprache kann sogar als Schutzschild funktionieren – sie verhindert Rückfragen, weil sich niemand traut zu sagen, dass er es nicht verstanden hat. Was barrierefreie Sprache in der Praxis bedeutet: Ein Satz wie „Wir müssen vorher klären, wer was bis wann entscheidet, damit wir beim nächsten Schritt nicht wieder bei null anfangen" sagt inhaltlich dasselbe wie der Satz vom Anfang – nur dass ihn jeder im Unternehmen versteht, unabhängig von Ausbildung oder Berufserfahrung. Die fachliche Tiefe geht dabei nicht verloren. Sie wird nur zugänglich gemacht. Das bedeutet nicht, dass Fachbegriffe grundsätzlich falsch sind. Manche sind notwendig und präzise. Es bedeutet, sich bei jedem Satz bewusst zu fragen: Würde das auch jemand verstehen, der nicht in meiner Bubble sitzt? Wenn die Antwort nein ist, ist das selten ein Zeichen von Präzision. Es ist meistens ein Zeichen davon, dass man die eigene Sprache nicht an die Menschen angepasst hat, die einem eigentlich zuhören sollen. Führung, die wirklich ankommen will, spricht nicht für die, die sowieso schon verstehen. Sie spricht für alle im Raum.
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