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Wir nennen es Fortschritt. Und meistens ist es das auch. Aber manchmal nimmt Fortschritt still etwas mit, das man erst vermisst wenn es weg ist.

Wir nennen es Fortschritt. Und meistens ist es das auch. Aber manchmal nimmt Fortschritt still etwas mit, das man erst vermisst wenn es weg ist.
Wir nennen es Fortschritt. Und meistens ist es das auch. Aber manchmal nimmt Fortschritt still etwas mit, das man erst vermisst wenn es weg ist. Ich beobachte das gerade in verschiedenen Zusammenhängen. Kinder die reflexartig nach dem Smartphone greifen bevor sie auch nur einen Moment mit sich selbst sitzen. Erwachsene die in einer kurzen Wartesituation sofort das Telefon zücken, nicht weil sie etwas Wichtiges erwarten, sondern weil die Stille unangenehm geworden ist. Meetings in denen niemand mehr wirklich zuhört, sondern alle gleichzeitig tippen, scrollen, reagieren. Und KI-Tools die Antworten liefern bevor die Frage zu Ende gedacht wurde. Das Problem ist nicht die Technologie. Das Problem ist die schleichende Gewöhnung daran, dass Denken optional wird. Es gibt Forschungsergebnisse die zeigen dass mit wachsender Bildschirmabhängigkeit in Bildungssystemen die Lerntiefe und Konzentrationsfähigkeit zurückgegangen sind – nicht dramatisch auf einmal, sondern langsam, konsistent, kaum spürbar bis man auf die Daten schaut. Das ist das Muster das mich beschäftigt. Nicht der große Knall, sondern die leise Verschiebung. Denn Aufmerksamkeit ist keine Selbstverständlichkeit. Sie ist eine Fähigkeit. Und Fähigkeiten die nicht trainiert werden, verkümmern – auch bei Erwachsenen, auch in Unternehmen, auch bei Führungskräften die glauben dass sie das Problem schon erkennen würden wenn es eines gäbe. Was das mit Unternehmensführung zu tun hat, ist direkter als es zunächst klingt. Wer nicht mehr in der Lage ist tief in ein Problem einzutauchen, trifft oberflächlichere Entscheidungen. Wer KI-Outputs übernimmt ohne sie einzuordnen, verliert das Urteilsvermögen das nötig wäre um sie zu prüfen. Und wer Geschwindigkeit dauerhaft über Tiefe stellt, baut eine Organisation die schnell reagiert aber selten wirklich versteht. Ich bin nicht gegen Technologie. Ich nutze sie täglich. Aber ich glaube dass wir zunehmend bewusster entscheiden müssen was wir ihr überlassen – und was wir uns selbst vorbehalten. Nicht aus Nostalgie. Sondern weil Tiefe, Fokus und echtes Nachdenken Fähigkeiten sind die sich nicht durch ein besseres Tool ersetzen lassen. Die Zukunft sollte nicht nur schneller sein. Sie sollte auch noch denken können.
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